Partnergemeinde

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„Wir haben Brücke zu sein“ -  
die Partnergemeinden Großsachsen und Boitzenburg treffen sich in Boitzenburg

                 

Großsachsen (me)
Vom 1. bis zum 4. Mai 2003 war eine Besuchergruppe der evangelischen Kirchengemeinde Großsachsens zu Besuch in ihrer ostdeutschen Partnergemeinde Boitzenburg (Uckermark).

Die Partnerschaft der beiden Gemeinden besteht schon seit den 70er Jahren. Nunmehr trafen sie sich zum sechsten Mal in Boitzenburg - in diesem Jahr zu zu einem ganz besonderen Anlass: Der Turm der Kirche St. Marien auf dem Berge, mit dessen Renovierung im Juli 2000 begonnen wurde, konnte feierlich seiner Bestimmung übergeben werden. Knapp drei Jahre haben die Arbeiten gedauert, die weitere Sanierung der über 700 Jahre alten Kirche wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen.

Warum dieser erfolgreichen Renovierung so viel an Bedeutung zukommt wurde während des feierlichen Gottesdienstes sehr deutlich. Dieser renovierte Kirchturm ist für die Bürgerinnen und Bürger mehr als nur ein schönes Detail der zahlreichen bedeutenden Kirchen in dieser Region. Er ist ein Stück Geschichte, deren Verarbeitung für die meisten Menschen von Boitzenburg von großer Bedeutung ist - nicht nur für die dortigen evangelischen Gemeindeglieder. In beeindruckender Weise stellte dies Generalsuperintendent Hans-Ulrich Schulz (evang. Kirche Berlin-Brandenburg) in seiner Predigt anlässlich des Festgottesdienstes heraus. Er bezog sich immer wieder auf die Aspekte der Selbstachtung der Bürgerinnen und Bürger Boitzenburgs, die durch die oftmals beschwerlichen Renovierungsarbeiten in einer geradezu bewundernswerten Vollkommenheit jetzt zum Ausdruck kommt. Den Fingerzeig, die unmittelbare Nähe Gottes spüre man beim Anblick des herausragenden Kirchturms deutlich, der nun in seinem neuen Glanz schon von weitem für Einheimische und Besucher zu sehen ist. Und der Generalsuperintendent machte den Boitzenburgern Mut mit seiner Feststellung, dass zwar die hohe Arbeitslosigkeit in dieser Region oftmals bedrückend sei, aber letztlich Werte wie Heimat für die Bewohnerinnen und Bewohner mehr zähle. Er ist sich – völlig zu Recht - sicher, dass gerade die Region Uckermark in den kommenden Jahren touristisch an Bedeutung gewinnen wird.

Pastor Christian Fischer, der Ortspfarrer von Boitzenburg, dankte in seiner Ansprache allen Förderern und Gönnern der Kirchrenovierung. Zahlreiche Vereine, Institutionen und Einzelpersonen zählte er auf, wohl wissend, dass die Liste wegen der unzähligen Spendern nicht komplett sein kann. Auch der angereisten Besuchergruppe aus Großsachsen dankte er sehr herzlich für die musikalische Umrahmung des Festgottesdienstes und die Übergabe eines Schecks in Höhe von 2.400 Euro, gespendet von Großsachsener Bürgerinnen und Bürgern und der evangelischen Kirchengemeinde. Den Scheck überreichte für Großsachsen Hermann Volk, der schon seit Jahrzehnten die Partnerschaft Großsachsens und Boitzenburgs hegt und pflegt. Ihm ist es auch zu verdanken, dass die mehrtägige Besuchsreise zu einem großen Erfolg wurde. Sein größter Wunsch ist, vielleicht 2010, die komplette Renovierung der Boitzenburger Kirche mitfeiern zu dürfen.

Im Anschluss an den Festgottesdienst wurde der Historiker Prof. Dr. Klaus Goebel von Bürgermeister Bernhardt Rengert zum Ehrenbürger Boitzenburgs ernannt. Diese hohe Auszeichnung wurde ihm wegen der Neu-Herausgabe des vielgelesenen Buches "Drei Stunden hinter Berlin - Briefe aus dem Vikariat" von Heinrich Wolfgang Seidel zuteil.

An dem Festgottesdienst nahm auch Adolf-Heinrich Graf von Arnim mit zahlreichen Familienmitgliedern teil. Er hat ebenfalls über Jahrzehnte hinweg die Brücke zu seinem Heimatort in Boitzenburg und den umliegenden Gemeinden bewahrt. Nach der Wiedervereinigung ist er wieder in die Nähe Boitzenburgs gezogen. „AHA“ (Adolf Heinrich von Arnim), so wird der Graf liebevoll von seiner Familie genannt, fühlte sich sichtlich wohl und sprach ausgiebig mit den Gästen.

Abends fand man sich im Gemeindehaus des Pfarrhauses zusammen. Der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Michael Kohtz, dem die Kirchengemeinde Boitzenburg sehr viel zu verdanken hat und der Bürgermeister waren ebenfalls gekommen. Neben dem geselligen Zusammensein kam es zu interessanten Diskussionen. Wichtig für die Menschen in Boitzenburg ist, das wurde sehr deutlich, dass Arbeitsplätze geschaffen werden um die Abwanderung der jungen Menschen aus der Region zu stoppen. Dass in Boitzenburg Kirche und Politik in vorbildlicher Weise zusammen arbeiten belegten die sympathischen und weitsichtigen Erläuterungen sowohl des Ortspfarrers als auch des Bürgermeisters.

So konnten wir am nächsten Tag mit gutem Gefühl zurück nach Großsachsen reisen. „Wir haben Brücke zu sein“, so die Forderung des wohl mutigsten Vorkämpfers nach 1945 für den Erhalt der Einheit Deutschlands, Jakob Kaiser, wurde durch den Besuch erfüllt. Dass diese Brücke in beide Richtungen offen ist, ist ein wahres Geschenk. Wir freuen uns schon heute auf den nächsten Besuch aus Boitzenburg in Großsachsen.

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Boitzenburger Nachrichten Juni 2005
Hermann Volk

Wie bereits berichtet, hat Boitzenburg wieder einen Pfarrer, der für den Sprengel in und um Boitzenburg zuständig ist. Durch Umstrukturierungen der Kirchenbezirke und aus Gründen der Einsparung wurde der Kirchensprengel Boitzenburg nun auf acht Kirchengemeinden mit je einer Kirche erhöht. Pfarrer Martin Zobel ist 47 Jahre alt und wohnt nun seit dem letzten Dezember im Boitzenburger Pfarrhaus. Von dort aus koordiniert und betreut er die acht Gemeinden.

Pfarrer Zobel versucht nach einem festgelegten Plan mindestens zweimal im Monat in jeder Kirche Gottesdienst zu halten, wobei er an manchen Sonntagen in drei Gemeinden aktiv ist. Im vergangenen Jahr haben Marion Piper und Michael Kohtz eine Ausbildung für Lektoren gemacht, welche sie erfolgreich abgeschlossen haben. Beide unterstützen Pfarrer Zobel bei seiner Arbeit und übernehmen auch den einen oder anderen Gottesdienst. Sehr erfreulich ist auch, dass in Boitzenburg durch die Initiative von Pfarrer Zobel wieder ein Posaunenchor gegründet worden ist. Die kleine Gruppe hofft noch auf Zuwachs.

Leider ist im Februar Adolf Heinrich Graf von Arnim-Boitzenburg im Alter von 80 Jahren verstorben. Graf von Arnim war nach der Wende ein großer Förderer zum Erhalt der Kirche St. Marien auf dem Berge und bei festlichen Anlässen immer in Boitzenburg zu sehen. Er wurde in der Begräbnisstätte der Grafen von Arnim in Boitzenburg bestattet.

Die Sanierung der Kirche macht auch dieses Jahr keinen Halt. Es soll das Dach des Kirchenschiffes über dem Chorbereich erneuert werden. Wir hoffen mit der Kirchengemeinde Boitzenburg, dass die Außensanierung in wenigen Jahren abgeschlossen werden kann.

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